Archiv für Oktober, 2011

“Wir freuen uns, dass sich Gesundheitsminister Alois Stöger im Interview mit der Tageszeitung Der Standard heute für Änderungen des Fortpflanzungsmedizingesetzes ausgesprochen hat”, erklärt Christian Högl, Obmann der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien. “Stöger greift damit eine langjährige Forderung der HOSI Wien auf. Der Ausschluss von alleinstehenden Frauen und lesbischen Paaren von künstlicher Befruchtung ist eine inakzeptable Diskriminierung und muss fallen. Österreichische Lesben können bei Kinderwunsch die Dienste von Samenbanken im Inland nicht in Anspruch nehmen und müssen ins Ausland ausweichen. Alternativ besteht derzeit zwar auch die Möglichkeit, sich ‘privat’ Samenspe nden zu organisieren, was jedoch für alle Beteiligten rechtliche Probleme aufwirft und keine wirklich praktikable Lösung darstellt.”

Absurde Kritik

“Die Kritik der FPÖ an Stögers Vorstoß muss daher ins Leere gehen, denn dass Frauen in lesbischen Beziehungen schwanger werden, lässt sich nicht verhindern. Es geht daher nur darum, die Sache für die betroffenen Frauen in Österreich zu erleichtern. Und es geht ausdrücklich nicht um schwule Paare. Männer können ja nicht schwanger werden – das sollten eigentlich auch die FPÖ-PolitikerInnen wissen. Und die Legalisierung der Leihmutterschaft ist ja keine Forderung der österreichischen Lesben- und Schwulenbewegung“, wundert sich HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt Krickler über die hanebüchenen Argumente der FPÖ.

Die abwartende Haltung der ÖVP ist ebenfalls nicht nachvollziehbar. “Wenn Justizministerin Beatrix Karl eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte abwarten will, dann mutet das schon ein wenig nach politischer Bankrotterklärung an. Denn Österreich muss ja nicht erst tätig werden, wenn ein internationaler Gerichtshof es dem Land anschafft. Man kann ja auch Dinge politisch umsetzen, ohne jedesmal gleich eine Menschenrechtsverletzung beseitigen zu müssen”, meint Högl abschließend in Richtung ÖVP.

Share

„Wir sind entsetzt und verärgert über die totale Verwässerung des Verhetzungsverbots durch die heute anstehende Novellierung des § 283 StGB“, erklärt Kurt Krickler, Generalsekretär der Homosexuellen
Initiative (HOSI) Wien. „In einer großkoalitionären Nacht- und Nebelaktion haben die beiden Justizsprecher von ÖVP und SPÖ, Heribert Donnerbauer und Hannes Jarolim, gestern noch einen Abänderungsantrag zu der seit April 2010 (!) vorliegenden Regierungsvorlage eingebracht, wodurch das Gesetz jetzt völlig zahnlos wird.“

 

Während die Regierungsvorlage nicht nur den Aufruf zu Gewalt gegen bestimmte Gruppen, sondern auch eine „sonstige feindselige Handlung“ unter Strafe stellte, ist letztere durch den Abänderungsantrag eliminiert worden. Weiters lautete der Absatz 2 im § 283 in der Regierungsvorlage noch: „Ebenso ist zu bestrafen, wer öffentlich wahrnehmbar gegen eine der im Abs. 1 bezeichnete Gruppe (..) hetzt oder in einer die Menschenwürde verletzenden Weise beschimpft oder verächtlich zu machen sucht.“ In der Version des Abänderungsantrags soll jedoch nur mehr bestraft werden, „wer für eine breite Öffentlichkeit“ (statt „öffentlich“!) wahrnehmbar „gegen eine in Abs. 1 bezeichnete Gruppe hetzt oder sie in einer die Menschenwürde verletzenden Weise beschimpft und dadurch verächtlich zu machen sucht“. Durch die Änderung im letzten Satzteil wird fü ;r die Tathandlung jetzt vorausgesetzt, dass durch das Hetzen oder Beschimpfen die Gruppe als solche verächtlich gemacht werden soll. Wenn die Absicht des Verächtlichmachens nicht nachzuweisen ist, bleibt das Hetzen und Beschimpfen also straffrei. Und das bloße beabsichtigte Verächtlichmachen sowieso.

„Von der ÖVP haben wir im Grunde nichts anderes erwartet, aber wir sind zutiefst enttäuscht, dass auch die SPÖ ein wichtiges Anliegen verwässert und verraten hat“, kritisiert Krickler abschließend. „Da bringt es auch nichts, dass durch die Aufnahme von ‚sexueller Orientierung‘ der Verhetzungsschutz auf Lesben und Schwule ausgedehnt wird, wenn gleichzeitig der Verhetzungsparagraf zu einem zahnlosen Papiertiger gemacht wird.“

Share

Im Februar 2012 wird in Österreich der etwa 30-minütige Kurzfilm „Homophobia“ gedreht. Die Online-Premiere ist rund um den 17. Mai geplant – dem internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie. Der Film erzählt die Geschichte von Michael, der während seines Präsenzdienstes im österreichischen Bundesheer Gefühle für seinen Kameraden Raphael entwickelt und sich seinen inneren Ängsten stellen muss.

„Ich habe nach einer übermaskulinen Umgebung gesucht, die einen großen Druck erzeugt, welcher mir dramaturgisch die Möglichkeit gibt, den sehr stark nach innen gerichteten Konflikt an die Oberfläche zu bringen und ihn so für das Publikum erlebbar zu machen“, erklärt der junge Drehbuchautor und Regisseur Gregor Schmidinger, der mit seinen Kurzfilmen „The Boy Next Door“ und „Borderline“ sein Können unter Beweis gestellt hat. Die sehr professionell gemachten Filme erreichten auf den Internetplattformen youtube und vimeo Abrufraten jenseits der Millionengrenze.

 

Crowd Funding und Mitarbeit

Bei dem neuen Projekt ist Partizipation gefragt: Das Publikum hat nicht nur die Möglichkeit, dem Projekt durch seine Produktionsphasen zu folgen, sondern auch aktiv daran teilzuhaben und das Projekt zu beeinflussen. Seit Anfang Oktober läuft eine Crowd-Funding-Kampagne. Interessenten können das Projekt finanziell unterstützen und erhalten dafür auch Gegenleistungen, wie eine Nennung im Nachspann des fertigen Films, Goodies wie Homophobia-T-Shirts, -Buttons und -Stickers bis hin zu einem Executive-Producer-Titel.

Ziel des Projekts ist es, einen Beitrag im Kampf gegen Homophobie zu leisten, vor allem auch im Hinblick auf die hohen Suizidraten unter jungen Lesben und Schwulen. Jeder, der die gute Sache unterstützen, Teil der künstlerischen Reise sein möchte und seinen Namen schon immer mal im Abspann eines Films lesen wollte, kann Gregor und sein Project Homophobia auf der offiziellen IndieGoGo-Kampagnenseite unterstützen:

www.projecthomophobia.com
www.facebook.com/pages/Project-Homophobia/111405278932999

Share